Ein alter Vulkan...

Die Stopfelskuppe bei Förtha/Oberellen

Zu den nordöstlichen Ausläufern des Rhönvulkanismus gehört u. a. die „Stopfelskuppe“ bei Förtha.
Der letzte Ausbruch des Vulkans wird in die Zeit des Tertiärs vor zirka 25 Millionen Jahren geschätzt.
Die „Stopfelskuppe“ unterteilt sich in zwei Aufschlüsse, den „Südbruch“ und den „Nordbruch“. Durch einen Felssturz im Jahre 1995 wurde die Felswand im Nordbruch freigelegt. Das Material besteht aus ausgeworfenen vulkanischen Bomben, Lapilli und Aschen. Seit 1996 ist die Stopfelskuppe ein eingetragenes Flächennaturdenkmal und somit von besonderer erdgeschichtlicher Bedeutung.

Zu den nordöstlichen Ausläufern des Rhönvulkanismus gehören drei Eruptionspunkte in der Nähe von Förtha. Zur Stopfelskuppe führen mehrere gut gekennzeichnete Wanderwege. Die B84 dort verlassend, wo der Rennsteig in Richtung Clausberg kreuzt, kann man auf guter Straße noch zur Siedlung Hütschhof fahren und von dort zu Fuß in etwa 20 Minuten die Basaltkuppe erreichen. Dieses seit 1996 geschützte Flächennaturdenkmal bietet einen nördlichen und einen südlichen Aufschluss (Siehe Abb.).
Sartorius, ein berühmter Straßenbaumeister, hob bereits 1802 die guten Eigenschaften des Basaltes von der Stopfelskuppe als Straßenschotter hervor. Goethe fertigte bei seinem Besuch 1784 eine Skizze an. C. W. Voigt (1799) fand den Berg zwar sehr verwachsen vor, schreibt aber dennoch von „mancherlei nützlichen
Beobachtungen“, die ihm möglich waren.
1997 erfolgte die seit Jahrzehnten fällige Freilegung der Felswand im Südbruch, in der mächtige Ablagerungen lockerer Tuffmassen von mitgerissenen Sandsteinbrocken und Basaltbomben durchsetzt sind. Es wird vermutet, dass zu Beginn des Ausbruches eine Gasexplosion stattfand, die eine solche Eruptionsbrekzie herausschleuderte und damit dem im Zuführungskanal aufsteigenden basaltischen Magma Platz schuf. Der auf 2 Steinbruchsohlen abgebaute Basalt liegt heute nicht mehr frei. Jedoch lassen sich schöne Belegstücke des sog. gefritteten Sandsteins am nordöslichen Schuttkegel bergen. Sie zeugen davon, dass das Magma den Buntsandstein, in dem der Aufstiegsschlot verläuft, im Kontaktbereich zu gebändertem sog. Basaltjaspis umgebildet hat. Auf weitere mineralogische Besonderheiten weist SITTE (1984) hin. Er hat sich auch mit der Bedeutung der Stopfelskuppe in der Geschichte der geologischen Wissenschaft beschäftigt.
(…aus „Geologische Sehenswürdigkeiten im Wartburgkreis u. Stadt Eisenach, 1990, Geyer, Jahne, Storch)